Wie du durch gute Gewohnheiten im Alltag dein Reiten positiv beeinflusst

Sitzt du auch weniger auf dem Pferd als auf Stühlen, Autositzen oder sonstigen Sitzgelegenheiten? In diesem Blog geht es darum, wie du deinen Alltag nutzen kannst, um ein noch schöneres Reiterlebnis zu haben und auch bei kopflastigen Tätigkeiten einen besseren Kontakt zu deinem Körper zu halten.

In diesem Beitrag gebe ich dir 4 einfache Tipps an die Hand, wie du deinen Alltag so verändern kannst, dass du besser auf dem Pferd sitzt.


Wir können in der ‚reitfreien Zeit‘ positiv beeinflussen, wie wir auf dem Pferd sitzen


Unser Körper ist der Mittler, mit dessen Hilfe wir beim Reiten mit dem Pferd in Kontakt treten.

Loben des Pferdes nach einer guten Reiteinheit

Wie gut dies gut funktioniert, entscheidet sich maßgeblich in der Zeit, die wir nicht auf dem Pferderücken verbringen:
In der Regel stehen ca. 5 Stunden Reiten pro Woche gegen ca. 112 Stunden auf unseren zwei Beinen oder statisch sitzend. In dieser langen Zeit ‚trainiert‘ unser Körper genau das, was wir mit ihm machen.
Machen wir etwas immer auf dieselbe Art und Weise, wird daraus eine Gewohnheit. Gewohnheitsmäßiges Verhalten führen wir unbewusst aus, d.h. wir merken es nicht. Genau hier liegt die Schnittstelle zum Reiten.

Sitzt du beispielsweise immer auf dieselbe Art und Weise schief, speichert dein Körper das als normal und richtig ab. Es wird zur Gewohnheit. Die Konsequenz: Wenn du schief sitzt, fühlt es sich für dich ‚richtig‘, also ‚gerade‘ an.

schiefe Körperhaltung beeinflusst den Reitersitz

Grundsätzlich ist die Entwicklung von Gewohnheiten eine tolle Sache: Sie helfen uns, Abläufe zu automatisieren. Dadurch haben wir wieder Kapazitäten frei, um uns auf anderes zu konzentrieren. (Und von diesem Anderen gibt es ja beim Reiten jede Menge.)

‚Gute‘ Gewohnheiten können das Reiten folglich positiv unterstützen. ‚Schlechte‘ Gewohnheiten können das Reitvergnügen mit dem Pferd massiv trüben.

Sitzt du schief, störst du dein Pferd und merkst es häufig noch nicht einmal.

Grundsätzlich gilt: Ist uns eine Fehlhaltung erstmal bewusst, können wir sie immer schneller und einfacher korrigieren – bis sie irgendwann durch die neue Haltung, die gute Gewohnheit, ersetzt ist.


Was du leicht in deinem Alltag verändern kannst, um besser auf dem Pferd zu sitzen

  1. Bestandsaufnahme: Welche Haltung übst du im Alltag am meisten aus? (Arbeitest du z.B. sitzend oder stehend?)
  2. Beobachte wie du diese Tätigkeiten ausführst:
  • Wenn du sitzt, sitzt du gleichmäßig auf beiden Sitzbeinhöckern? Oder auf einem mehr und knickst entsprechend über der Hüfte ab?
  • Legst du den Kopf immer zur selben Seite schief, wenn du dich konzentrierst?
  • Klemmst du den Telefonhörer immer auf einer Seite mit dem Kopf ein?
  • Entlastest du beim Stehen immer dasselbe Bein?
  • Ziehst du häufig die Schultern hoch?
  1. Wenn du merkst, dass du schief bist, variiere diese Haltung. Bekommt der Körper unterschiedliche Bewegungsangebote, sucht er immer nach einer neuen Lösung. Dadurch verfestigt sich die schiefe Haltung nicht weiter. Dann nimm die gerade Haltung immer wieder ein, um diese zur Gewohnheit zu machen.
  2. Klebe dir Post-its zur Erinnerung an Stellen, auf die du häufig blickst. Konditioniere dich selber auf einen Korrekturwort, z.B. ‚Kopf!‘, wenn du den Kopf immer schief trägst.

Je besser wir uns unseres Körpers bewusst sind, desto mehr können wir beim Reiten erleben. Ich wünsche dir viel Spaß beim Verändern deines Alltags und bin gespannt auf deine Erfahrungen!

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