Um den Huf gewickelt – warum verlässliche Standards den Alltag mit deinem Pferd leichter machen

Beim von der Weide holen lässt sich dein Pferd immer hinter dir herziehen. Das nervt dich. Heute allerdings besonders: Du hast es eilig, weil der Hufschmied schon wartet.

Ein anderes Szenario: Beim Aufsteigen geht dein Pferd immer sofort los. Meistens stört dich das nicht. Aber gerade heute bräuchtest Du etwas mehr Zeit, um dich im Sattel zu sortieren. Gereizt und wenig feinfühlig hältst Du dein Pferd an.

Oder: Nach dem Reiten scheuert sich dein Pferd jedes Mal an dir. Normal findest Du das niedlich, aber heute hast Du den sauberen Pulli an, mit dem Du noch weiter wolltest und schimpfst.


Steter Tropfen höhlt den Stein – Kompromisse mit Folgen


Solche und ähnliche Situationen kennen wir alle: Wir tolerieren im Miteinander mit unserem Pferd ein Verhalten, das uns eigentlich nicht gefällt. Und an dem Tag, wo es tatsächlich stört, sind wir ungehalten, meckern oder strafen sogar schlimmstenfalls.

Das Pferd kann unser widersprüchliches Verhalten nicht verstehen: Ist dasselbe Verhalten einmal in Ordnung und ein anderes Mal nicht, kann das Pferd nicht lernen, wie es sich (aus unserer Sicht) richtig verhält. Es wird das Verhalten zeigen, dass es öfter übt.

Pferde haben ihren eigenen Kopf

Wir verhalten uns für das Pferd unverständlich und folglich ungerecht, wenn wir es ab und zu – aber nicht konsequent immer – für ein bestimmtes Verhalten zurechtweisen. Unser Alltag mit dem Pferd kann so nicht leicht werden, wie wir uns das wünschen. Darüber hinaus, und meines Erachtens die schlimmere Folge, verunsichert diese Inkonsequenz die Beziehung unseres Pferdes zu uns, da wir in unseren Regeln und unserem Verhalten nicht verlässlich sind.


Entscheide dich aktiv für ein besseres Miteinander mit deinem Pferd


Gutes Miteinander zwischen Pferd und Reiter

Akzeptieren wir konsequent ein Verhalten des Pferdes, das uns eigentlich stört, ist die Situation für das Pferd zumindest eindeutig. Sand im Getriebe unseres harmonischen Pferde-Alltags ist sie dennoch, denn wir selbst sind damit unzufrieden.

Ich finde es wichtig, innerlich immer mal wieder einen Schritt zurück zu treten und die alltäglichen Abläufe und unser Miteinander mit dem Pferd zu betrachten. Genau wie in langen Beziehungen schleichen sich manchmal Verhaltensweisen ein, die man eigentlich gar nicht haben will.

Frag dich also, wie du und dein Pferd in deinem „Wunsch-Alltag“ miteinander sind? Parkt es z.B. selbstständig an der Aufstiegshilfe ein? Steht es unangebunden bei Putzen? Kommt es angetrabt, wenn du es rufst?

Reiter steigt aufs Pferd

Manchmal wissen wir nicht, wie wir dem Pferd das gewünschte neue Verhalten beibringen sollen. Hier wird es spannend: Fange an zu forschen. Such nach einer Lösung und sei sicher, dass Du schon auf dem Weg ganz viel lernen wirst.

Und eigentlich immer kommen wir dann auch mit tieferen Themen in Kontakt. Wenn wir anfangen, im Alltag mit unseren Pferden ‚aufzuräumen‘, verändert sich meist auch die Beziehung. Auf der Suche nach Lösungen lernen wir Neues und entwickeln uns weiter. Schließlich sollte es nicht nur darum gehen, dass das Reiten immer feiner wird, sondern auch das Miteinander!

Es gibt so viele tolle Bücher, Artikel und auch Videosequenzen. Und natürlich auch Ausbilder, die dich unterstützen können, in den Fragen des Alltags eine bessere Lösung für dich und dein Pferd zu finden.

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