Wie du mittig und ausbalanciert im Sattel sitzt

Warst du auch schon mal erschrocken, als du ein Video von dir beim Reiten gesehen hast? Von hinten gesehen hast du schief oder verdreht im Sattel gesessen.

Das Becken ist das Verbindungsgelenk zwischen Reiter und Pferd. Es überträgt die Pferdebewegungen auf unseren Körper und umgekehrt ermöglicht es dem Pferd uns und unsere Hilfengebung zu erspüren.

Unser Becken ist beim Reiten unser Fundament. Alles was darüber (und auch darunter kommt), wird von ihm beeinflusst. Ist hier etwas (unbewusst) schief, hat das negative Auswirkungen auf unser gesamtes Reiten: Die Übertragung ist gestört. Missverständnisse mit dem Pferd vorprogrammiert.

Der erste Schritt in Richtung des besseren Sitzes und der besseren Hilfengebung ist, dass du dir bewusst wirst, wie du im Sattel sitzt.

Weil sich der gewohnte Sitz immer normal und richtig – also mittig – anfühlt, ist es gar nicht so leicht, die eigene Schiefe zu erkennen und zu verändern. Weiter unten findest du Tipps und Hilfslinien, mit denen du dich im Sattel auch ohne Spiegel optimal ausrichten kannst.

In diesem Beitrag erfährst du:

  • Welche Faktoren verhindern, dass du gleichmäßig und mittig auf dem Pferd sitzt
  • Hilfslinien, mit denen du dein Becken richtig im Sattel ausrichten kannst
  • Innere Bilder, mit denen du die Verbindung zu deinem Pferd verbesserst

Bevor ich dir meine liebsten Hilfslinien vorstelle, hier erstmal ein paar äußere Faktoren, die verhindern können, dass du dich mittig auf dem Pferd ausrichten kannst:

  1. Der Sattel
  • passt nicht richtig und zieht seitlich schief
  • ist schief gepolstert
  • Die Pausche verläuft zu senkrecht. Auch dadurch kann dein Becken blockiert und deine Schiefe verstärkt werden

2. Eigene Schiefe

  • Unfälle, Verkürzungen und Blockaden können dazu führen, dass du nicht mittig sitzen kannst. In den meisten Fällen kannst du mit gezielten Übungen und/oder der Hilfe eines Therapeuten viel verbessern.
  • Auch wenn du im Moment noch ziemlich schief bist, hilft der Gedanke an die richtige Ausrichtung, damit dein Körper anfängt, sich in die richtige Richtung zu sortieren. Außerdem bin ich sicher, dass die Pferde merken, wenn wir unser Bestes geben. Und Reiten ist ja immer auch noch mehr als nur der optimal sitzende Mensch auf dem Rücken eines Pferdes
  • Schiefe von Geburt an: Ich kenne Menschen, die wirklich schön Reiten und sich wunderbar mit ihrem Pferd verstehen, obwohl sie schief auf dem Pferd sitzen (müssen), weil ihr Becken das so vorgibt. Dann sprecht mit eurem Pferd eure eigene Sprache und findet eure eigenen Lösungen!

3. Schiefe des Pferdes

  • Dein Pferd hat eine ausgeprägte natürliche Schiefe. Gefühlt “hängt” eine Seite immer tiefer. Je besser es gerade gerichtet wird, desto gerader wirst du sitzen können.

Wenn du feststellst, dass du schief auf dem Pferd sitzt, gilt es im Alltag deine Hausaufgaben zu machen. Beobachte dich, wie du dein Becken auf Stühlen, im Auto und auf dem Sofa positioniert. Du wirst schnell feststellen, dass es dieselbe Schiefe wie auf dem Pferd ist. Da du meistens weniger Zeit auf dem Pferd verbringst, musst du dich im Alltag umtrainieren. Mehr dazu erfährst du in meinem Beitrag „Wie du durch gute Gewohnheiten im Alltag dein Reiten positiv beeinflusst.“

Mit diesen Linien kannst du ganz leicht überprüfen, ob du gerade sitzt.

Auch wenn kein Spiegel und niemand, der dich filmt in der Nähe sind.

  1. Denk dir eine Linie von deinem Steißbein zum Schweif und von dem Reißverschluss deiner Hose zum Widerrist. Du kannst dir auch vorstellen, du säßest in der Mitte einer großen Uhr: Beim Schweif ist 6 Uhr, in Verlängerung des Widerristes 12 Uhr. Da richtest du Reißverschluss bzw. Steißbein hin. Und dann kannst du dir rechts und links von deinen Hüftgelenken noch die 3 und die 6 denken. Und schon hast du eine gute Orientierung. Wenn du dir nicht sicher bist, leg deine Hände vorne und hinten mittig auf dein Becken. Das hilft, um ein besseres Gefühl für deinen Körper zu bekommen. Dafür muss dein Pferd nur brav sein oder du bittest jemanden, es festzuhalten.
  1. Du stellst dir die Wirbelsäule deines Pferdes vor. Deine Sitzbeinhöcker sollten rechts und links den gleichen Abstand zur Wirbelsäule haben. Setz dich im Sattel auf deinen Hände, wenn du dir nicht sicher bist, wo sie sind. Auch hierbei sollte sicherheitshalber jemand dein Pferd festhalten.
  1. Das Lego-Becken
    Wir haben alle mit Lego gespielt und Figuren in das streng geometrisch ausgerichtete Muster gedrückt. Wenn wir uns vorstellen, wir wären selbst das Lego-Männchen, das mit Druckknöpfen auf das Pferd aufgesteckt ist, hilft das deinem aufrechten Sitz und der gleichmäßigen Ausrichtung.

Ich hoffe, dass dir diese Bilder helfen. Natürlich gibt es viele großartige Übungen, die du zusätzlich machen kannst. Ich kann dir z.B. die Übungen von Eckart Meyners sehr empfehlen. Bei wehorse findest du dazu schöne Videos zum lernen und nachreiten. (Mit dem Code „HORSEMINDSET2020“ bekommst du übrigens 60€ Rabatt auf das wehorse-Jahresabo, registriere dich dazu einfach hier und gib im Bezahlvorgang den Code an).

Wenn wir für das Reiten mehr auf unseren Körper achten, ist das ein doppeltes Geschenk: Das Reiten wird harmonischer und du bist fitter und beweglicher.

Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teile ihn gerne mit deinen Freunden!
Bei Instagram findest du mich unter @kristinamariajanssen

Vielen Dank an Herzenshund Fotografie für die tollen Fotos!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s